1 Jahr ist der Lütte schon da! Teil I – Die Geburt
Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. Gefühlt gestern hat man neben Mama im Kreißsaal gesessen und ein kleines Wunder in den Händen gehalten. Heute teilt man mit dem kleinen Wunder sein Stück Kuchen weil es sonst knatscht.

Es kommt mir vor als wäre es nicht so lang her. Wir haben den 21.08.2015, ich komme freudig von der Arbeit denn die Große, meine Schwester, eine Freundin von Ihr und ich möchten Abends zu Rhein in Flammen.

Wer es nicht kennt, wir haben einmal im Jahr Rhein in Flammen bzw. das Ruhrorter Hafenfest. Hierbei wird ab ca. 23 Uhr ein riesiges Feuerwerk auf einer Brücke gezündet die über den Rhein führt.

Auf jeden Fall komme ich Abends von der Arbeit und esse etwas. Mama erzählt mir das Sie mit den beiden Kurzen die Wohnung auf Vordermann gebracht hat und den Kinderwagen schon mal aufgebaut hat. Wir scherzten noch den ganzen Abend dass wir wahrscheinlich den ersten Knall hören und Mama dann anruft dass wir los können.

Abends, als meine Schwester uns abholte, scherzte Sie auch noch herum dass der Lütte dann ja kommen kann. Sehr sehr lustig dachten wir alle.

Wir haben uns also ganz bequem auf den Weg zum Rhein gemacht. Ich weiß noch ganz genau das es ein richtiger schöner und milder Abend war. Wir hatten um die 25 bis 28 Grad, die Sonne ging langsam unter wir alle waren Gut gelaunt. Die Große wiederholte immer wieder wie toll es doch ist zu Fuß zu gehen… Nicht!

Der Anruf

Kaum sind wir am Rhein angekommen und ich meine damit wir haben den ersten Schritt auf das Gelände getätigt, vibrierte mein Handy.Ich schaute auf das Display und dachte mir nur „Nein, das ist doch jetzt ein Witz!“. Ich habe abgehoben: „Schatz, alles gut bei dir?“. Die anderen schauen mich mittlerweile schon an und sagen ebenfalls „Ne, oder?“. Auf der anderen Seite der Leitung  „Ja Schatz, alles gut aber ich glaube meine Fruchtblase ist geplatzt!

Weil die Große sich so auf das Feuerwerk gefreut hat, hatte ich ihr Angeboten bei meiner Schwester und ihrer Freundin zu bleiben aber Sie wollte wieder mit nach Hause. Wir sind also zusammen nach Hause im schnellen Schritt gelaufen.

Zuhause angekommen war Oma bereits da um auf die kurze und die Große aufzupassen. Wir haben noch ein Handtuch für das Auto und die Tasche eingepackt und sind auf zum Krankenhaus gefahren. Wie das Schicksal so will konnten wir auf der Fahrt über die Autobahn zumindest kurz einen Blick auf das Feuerwerk erhaschen. Ich dachte nur noch das mein Sohn also mit einem Feuerwerk auf die Welt kommen möchte. Das nenne ich mal einen Auftritt!

Im Krankenhaus

Im Krankenhaus angekommen wurden wir sehr nett von den Schwestern aufgenommen und Mama wurde erstmal untersucht. Mir kam es vor als hätten die Untersuchungen zwei Nächte gedauert. Es konnten noch keine starke wehen gemessen werden aber die Fruchtblase ist tatsächlich schon geplatzt. Was wir bis dahin nicht wussten das eine Fruchtblase nach oben Platzen kann und somit sich immer nur Stück für Stück entleeren kann. Für Mama eine nicht ganz so angenehme Erfahrung.

Naja, Mama bliebt zur Überwachung im Krankenhaus, ich bin wieder nach Hause zu den kurzen gefahren und habe gesagt das ich am nächsten Tag gegen 9 Uhr wiederkomme, vorausgesetzt ich erhalte nicht vorher einen Anruf. Zuhause habe ich Oma gebeten die Kinder mitzunehmen falls doch Nachts ein Anruf kommt das Sie nicht alleine Zuhause sind.

Der nächste Morgen

Am 22.08 bin ich Morgens pünktlich um 9.30 Uhr bei Mama gewesen. Ich habe die Nacht kaum geschlafen was wohl verständlich ist. Mama kam gerade aus dem Kreißsaal und hat einen Tampon gesetzt bekommen damit die wehen eingeleitet werden. Wir sollten gegen 12 Uhr nochmal wieder kommen wenn die Wehen nicht losgehen.

Weil ich noch nicht gefrühstückt hatte sind wir in die Kantine gegangen, ich habe mir Kaffee und zwei Brötchen geholt und wir haben uns nach draussen gesetzt. Nachdem ich im Anschluss noch eine Zigarette geraucht habe sind wir kurz spazieren gegangen.

Der Spaziergang hat es anscheinend gebracht, Mama sagte dass wir doch jetzt schon mal langsam zum Kreißsaal gehen sollten. Wir hatten mittlerweile 11.30 Uhr.

Während Mama untersucht wurde, wurden die wehen immer stärker und stärker doch der Muttermund hat sich noch nicht weit genug geöffnet. Mama wurde also ein Medikament gegeben dass der Muttermund sich richtig öffnet. Die wehen wurden immer stärker, Mama konnte schon nicht mehr richtig liegen vor Schmerzen.

Es geht los

Ich, als standhafter Mann und werdender Papa, tat das einzige was ich machen konnte. Ich saß neben Mama, habe Sie ruhig angeschaut und ihr nur einmal zugeflüstert „wenn etwas ist, ich bin bei dir“.

Mama fängt an zu schreien und zu pressen. Die Hebamme sagte zu Mama dass Sie versuchen sollte nicht zu schreien sondern die Kraft ins Pressen zu stecken. Es ging hin und her doch die Hebammen behielten den Überblick und ich bewunderte Sie dafür trotz des Stresses die Ruhe bewahren können.

Der kleine Mann kam auf einmal. Kaum war er auf der Welt, Mama muss es wie eine Ewigkeit vorgekommen sein, sagte Mama nur „irgendwas stimmt nicht, er schreit nicht.“ Als hätte unser Lütter die Mama gehört fing er einmal kurz an zu schreien um dann wieder ruhig zu werden. Alles in Ordnung, beiden geht es gut und beide sind K.O.

Das erste mal auf meinen Arm

Nachdem der kleine untersucht wurde und wir in ein anderes Zimmer gegangen sind habe ich den Lütten auch erst einmal auf den Arm genommen.

Es war unglaublich für mich. Ich halte hier in den Arm so ein kleines Wesen was doch so viel ist. Ein neues Leben, ein Sohn, ein Enkel, ein Neffe, ein kleiner Bruder. Erleichterung und Müdigkeit machten sich bei Mama und mir breit.

Am Mittwoch den 24.08 kommt Teil II – der Weg bis Heute.

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Björn

Mein Name ist Björn Pöhlsen, ich wurde 1985 im wunderschönen Duisburg Homberg geboren und wohne noch bis heute hier. Ich habe mittlerweile drei wunderbare Kinder, zwei Töchter (von 2003 und 2005) und einen Sohn (von 2015), welche meiner Frau und mir jeden Tag mal zu einen größeren und mal zu einem kleineren Abenteuer gestalten. Doch gerade das sorgt dafür das es Zuhause nie langweilig wird
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