Papa, wann wurde Tee entdeckt?

Setze dich mein Kind und nimm dir einen Eiskaffee,

wie Du sicher weißt wird der meiste Tee in England getrunken. Leider verschandeln die Engländer Tee mit Milch. Warum das so ist erkläre ich dir allerdings ein anderes mal.

Jedenfalls hat Tee eine lange Tradition in England die fast genau soweit zurückreicht wie das Konsumieren von Kaffee.

Die ersten Teepflanzen wuchsen damals, wie noch heute, auf dem Sitz der Familie Teasworth in der Grafschaft Grainwallis.

Grainwallis liegt ungefähr 300 KM südwestlich von London, nahe dem Meer. Die Landschaft hat sich laut den Geschichtsbüchern in den letzten Jahrhunderten kaum verändert.

Ich selber besuchte das Land vor deiner Geburt.

Stell dir einen malerisch grün bedeckten Landstrich vor. Du findest ganze Wälder voller Kletterbäume die darauf warten erklommen zu werden. Die Bäume ragen bis in den Himmel und in den Baumkronen warten die unterschiedlichsten englischen Vögel mit feinen Melonen darauf dir guten Tag zu sagen. Ich meine übrigens nicht die Melonen zum Essen. Auf der anderen Seite der Bäume nämlich an den Stämmen, nahe dem vom Laub bedeckten Boden findest Du neben den unterschiedlichsten gut riechenden Kräutern natürlich gerade im Sommer auch eine unglaublich schöne Blumenvielfalt.

Mitten in diesem wunderbaren Stück Landschaft residierte wie bereits erwähnt die Familie Teasworth. Zur damaligen Zeit in fünfter Generation. Die Familie bestand aus dem Herren des Hauses, Mr. Warrick Teasworth, seiner Frau Mrs. Meryl Teasworth und den beiden Kindern Colby und Jocelyn.

Meryl, eine Dame mittleren alters, blass und hochgewachsen, war es mittlerweile leid jeden Tag Wein, noch halbwegs verdrecktes Wasser oder das neue Modegetränk Kaffee zu trinken. Ihrer Meinung nach müsste es doch noch etwas anderes geben.

Doch wie sollte man es bewerkstelligen ein neues Getränk zu finden? Nach reiflicher Überlegung kam Sie zu dem Schluss das die Herstellung von anderen Getränken ihr als Muse dienen sollte.

Der Gedanke an sich war gut wäre jedoch nicht das nächste Problem auf Meryl zugekommen. Wie Wein und Bier hergestellt wurden oblag damals noch der Kirche die das Geheimnis nie an die Öffentlichkeit brachte.

Beim Kaffee war jedoch bekannt wie er hergestellt wurde. Damals mussten die Bohnen, welche hauptsächlich von Lathus McIato bezogen werden konnten, laut Anweisung zerkleinert und das entstandene Pulver mit Wasser aufgebrüht werden.

So ähnlich würde Mrs. Teasworth auch bei ihren Versuchen vorgehen wollen. Sie wird einfach versuchen Pflanzen zu nehmen von denen Sie weiß das sie nicht giftig sind und diese mit Wasser aufkochen.

Was an der Stelle für dich mein Kind wahrscheinlich ganz einfach klingt, was es heute auch ist, war damals eine größere Herausforderung.

Im Mittelalter gab es nicht wirklich reines Trinkwasser. Damit Wasser trink und genießbar wurde, musste es durch mehrere immer feiner werdende Holzsiebe gefiltert und im Anschluss noch mehrmals aufgekocht werden.

So kam es dazu das in den Vorbereitungen Meryl jede menge Wasser aus dem Haus eigenen Brunnen vorbereitete und anschließend die Wälder nach diversen Kräutern und Pflanzen durchsuchte die sie kannte. Sie Pflückte hierbei ohne es zu Ahnen auch aus Versehen einige grüne Blätter der Teepflanze.

Daheim angekommen fing Lady Teasworth direkt mit ihren versuchen an. Als erstes nahm Sie die Kräuter und kochte diese einfach mit dem Wasser auf. Das Ergebnis war das Meryl nun jede Menge Wasser in den unterschiedlichsten Farben aber ohne wirklichen oder nur sehr bitteren Geschmack hatte. Im Laufe der Zeit experimentierte Sie immer weiter bis ihr auffiel das die Kaffeebohnen geröstet waren. Leider ließen sich damals wie heute Pflanzen schlecht in der Pfanne rösten.

Sie wartete also bis der Sommer mit all seinen heißen Tagen das Grainwallis beglückte. Die vorher eingesammelten Pflanzen und Kräuter suchte Sie erneut aus dem Wald heraus und legte die Sammlung für einige Tage, fein säuberlich sortiert, in die Sonne um die Blüten, Kräuter und Blätter zu trocknen. Anschließend wurden die getrockneten Pflanzen mit einem Mörser zerkleinert und dann erneut aufgekocht. Endlich hatte es Meryl geschafft und Tee erfunden.

An der Stelle mein Kind kommt wie immer das abrupte Ende der Erklärung.

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Björn

Mein Name ist Björn Pöhlsen, ich wurde 1985 im wunderschönen Duisburg Homberg geboren und wohne noch bis heute hier. Ich habe mittlerweile drei wunderbare Kinder, zwei Töchter (von 2003 und 2005) und einen Sohn (von 2015), welche meiner Frau und mir jeden Tag mal zu einen größeren und mal zu einem kleineren Abenteuer gestalten. Doch gerade das sorgt dafür das es Zuhause nie langweilig wird
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