Spaziergang im Herbst, Kleinigkeiten und sich selbst neu entdecken
Einen Schritt nach den anderen. Tief einatmen. Unter Dir raschelt es und Du nimmst den Geruch war das der eine oder andere Kamin wieder befeuert wird.Es ist nicht spät aber die Sonne verabschiedet sich mit ihrem Lichtspiel zwischen den Blättern. Langsam aber sicher wird dir bewusst dass der Wandel der Jahreszeit kommt.

Morgen

Weißt Du, wenn es um Unternehmungen ging habe ich mir früher immer gesagt „das kann ich noch Morgen machen.“ Morgen war manchmal eine Woche, manchmal war es auch einen Monat. Heute sitze ich hier, blicke auf das zurück was heute war und schaue auf das zurück was noch viel weiter hinter mir liegt.

Für die Großen war ich sicher nie ein schlechter Vater aber ich gestehe mir auch ein das ich weder früher noch heute der unternehmungslustigste Vater bin.  Doch merke ich das seit dem der Kurze da ist, wie ich schon mal schrieb, das sich in mir einiges ändert. Der Blog ist einer dieser Änderungen. Ich habe lange darüber nachgedacht über was ich schreiben soll. Dann kam der Punkt als ich mir sagte „da hast Du was, fange einfach an!“.

Hoch mit dir!

Genauso halte ich es seit dieser Woche. Es ist noch angenehm warm draussen aber nicht so warm das man komplett überhitzt ist. Die Luft riecht so schön nach alt, nach neu und nach Holzkohle. Jeden Schritt den man geht raschelt es unter den Füßen.

Dazu muss ich sagen das ich Glück habe direkt neben einen Park zu wohnen. Weiter noch das ich Glück habe in einem sehr baumreichen Stadtteil von Duisburg zu leben.

Am Montag kam ich nach der Arbeit Hundemüde weil ich die Nacht kaum geschlafen habe, zuhause an. Ich habe wie immer gegessen und mich mit Mama unterhalten.

Mama ging es nicht anders wie mir. Sie schläft in letzter Zeit relativ schlecht und war dementsprechend auch KO. Dazu kam das unsere Mittlere am Montag mit der Jahrgangsstufe für eine Woche wegfuhr und Mama somit direkt am Morgen Stress hatte. Erst den Kleinen zur Tagesmutter bringen, dann die Mittlere zum Bus begleiten, ab nach Hause den Haushalt schmeissen etc. pp.

Beim Lütten sah es da etwas anders aus. Der kleine Mann war noch voller Energie und Bewegungsdrang. Ich habe ihn mir angeschaut, nach dem Essen am Küchenfenster dampfend und habe überlegt. Das Wetter ist schön. Du könntest doch etwas mit Ihm rausgehen spazieren. Du bist aber total ausgepowert. Wenn Morgen schönes Wetter ist, dann gehst Du spazieren!

Ich habe mich auf die Couch gesetzt, den kleinen und Mama angesehen. Mama bräuchte mal etwas Ruhe die Arme, der Kleine bräuchte mal etwas Bewegung der Arme. Ach weißt Du was Papa, stell Dich nicht so an. Hoch mit dir, schnapp dir den Zwerg und geh soweit wie er kommt. Das tut Dir gut etwas abzuschalten und Energie für den nächsten Tag zu tanken, der Kurze kann sich auspowern und Mama kann etwas Ruhe bekommen. Tripple Win Situation!

Der erste Spaziergang im Herbst

Ich habe mir also den Lütten nach seinem Essen geschnappt, gewindelt, Jacke und Schuhe angezogen. Erst hat mich Mama komisch angesehen, will ich doch das erste Mal mit dem Zwergonauten Spazieren gehen, ohne Kinderwagen, ohne Wickeltasche. Sie hatte sich wahrscheinlich gedacht das wir schnell wiederkommen.

Ich habe den Kleinen auf den Arm über die Strasse getragen auf die andere Seite zum Gehweg des Parks. Wollte ich geradeaus laufen so hat sich der Lütte entschieden das er durch den Park zwischen den Bäumen durchgehen möchte.

Das Beitragsbild zeigt übrigens den Weg welchen ich gehen wollte und das Bild hier zeigt den Weg den wir gegangen sind(Nicht am selben Tag entstanden 🙂 ).

weg-im-park

Ich war richtig überrascht aber auch erfreut darüber hatte der kleine Mann unglaublichen Spaß daran durch die Blätter zu rennen und das rascheln zu hören. Hier merkst Du wieder dass Kinderlachen so toll ist weil es ehrlich ist!

Schätze im Laub

Wir gingen immer weiter und der kleine Mann fand es auf einmal ganz toll nach „Schätzen“ zu suchen. Er zeigte mir immer mehr schöne Blätter, vertrocknete Blätter und dann seine erste Kastanie.

Dieses kleine komische runde rote Ding kannte er noch nicht aus dem Garten hinter dem Haus. Was ist das? Es fühlt sich anscheinend toll an und es sieht faszinierend aus. Das nehmen wir mit Papa!

Wir gingen noch weiter und der Kurze war einfach nicht Kaputt zu bekommen, im Gegenteil. Waren vorher Blätter toll lief er nun über Wiesen und erklomm die unüberwindbarsten Randsteine, Grashalme und Kuhlen in der Erde.

Nach ungefähr 15 Minuten stoppte er plötzlich. Da, nochmal so ein rundes komisches Ding! Welches ist denn schöner? Erstmal auf den Boden setzen und darüber nachdenken!

Im Anschluss haben wir nochmal einen kurzen Abstecher zum Spielplatz gegenüber gemacht damit ich dann den Kurzen nach Hause tragen konnte weil er im Anschluss doch langsam müde wurde.

Insgesamt kamen wir eine Stunde später glücklich wieder Zuhause bei Mama an.

Die nächsten Tage

In den nächsten Tagen haben wir jeden Abend das gleiche Ritual gehabt. Papa und der Lütte essen und gehen spazieren. Immer den gleichen Anfangsweg (siehe Beitragsbild) aber immer etwas andere Abzweigungen um möglichst viel zu erkunden.

Gestern sind wir sogar soweit gelaufen das wir dort vorbei kamen wo Papa früher gewohnt hat. Ich habe es mir nicht nehmen lassen den kleinen Mann einiges zu erzählen was Papa früher dort erlebt hatte.

Fußball spielen, eine Tiefgarage mit dem Fahrrad runtersausen, Verstecken hinter Büschen spielen die nicht mehr da sind und ein bisschen mehr. Ich kann ja nicht direkt mein ganzes Geschichtenpulver verschießen.

Highlights von vorgestern und gestern war dann eine Runde flirten, todesmutig einen Hang hinunterlaufen, unter einen Eichenbaum durchlaufen wobei die Schale von den Eicheln so schön knackten und eine lange Runde Spielplatz.

Gedanken und Gedankenwandel

Bei jedem Spaziergang habe ich mir überlegt was ich denn als Kind am Herbst toll gefunden habe. Was habe ich unternommen und was davon kann ich evtl. mit den beiden Großen auch nachholen. Mir fielen wirklich einige Dinge ein wie Blätter sammeln und trocknen, Kastanien sammeln und Figuren daraus basteln, Drachen steigen und einiges mehr.

Wieder ging mir der Gedanke durch den Kopf „warum hast Du Dummkopf das nicht schon früher gemacht?“ Die Antwort war einfach. „Ich kann es ja auch noch Morgen machen!“ Heute sage ich mir, wenn Du noch etwas Kraft hast und dir Zeit nehmen kannst, dann kannst Du mit Mama planen für Morgen ABER Du kannst Kleinigkeiten auch Heute machen denn der kurze wird Morgen schon größer sein!

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Björn

Mein Name ist Björn Pöhlsen, ich wurde 1985 im wunderschönen Duisburg Homberg geboren und wohne noch bis heute hier. Ich habe mittlerweile drei wunderbare Kinder, zwei Töchter (von 2003 und 2005) und einen Sohn (von 2015), welche meiner Frau und mir jeden Tag mal zu einen größeren und mal zu einem kleineren Abenteuer gestalten. Doch gerade das sorgt dafür das es Zuhause nie langweilig wird
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