Work Life Balance – Teil I – Arbeit
Das Leben in einer Familie bringt viele Herausforderungen aber auch viele Rollen die Du einnimmst mit sich. Sowohl als Papa aber auch als Mama bist Du Ansprechpartner, Tröster, Geldgeber, Unterhalter, Erzieher, Manager und noch vieles mehr. Spinne den Gedanken ruhig weiter, dir werden noch wesentlich mehr Punkte einfallen. Ziehst Du den Vergleich von deinem Familienleben zu deinem Berufsleben wirst Du schnell merken das sich mehr als nur einige Punkte überschneiden. Wirfst Du nun alles in die Waagschalen ist dann Dein Berufs.- und Familienleben in der Balance?

Ich muss ehrlich gestehen das ich diesen Post bereits zum fünften mal anfange. Es gibt zum einen viel zu schreiben, weshalb ich entschieden habe den Post in 3 Themen zu teilen aber selbst dann merke ich dass sich die Themen immer wieder überschneiden.

Mein Beruf

Was klar sein sollte ist das ich einfach meine Sicht und meine Gedanken ausschreibe. Damit Du die Gedankengänge besser verstehen kannst sollte ich erstmal kurz beschreiben was für einen Beruf ich ausübe.

Ich bin IT Consultant. Dies bedeutet das ich je nach Kunde zum einen IT Infrastrukturen (Server, eingesetzte Hard.- und Software, etc.) oder auch Teile davon plane, umsetze und betreue als auch unterstützend dabei zur Seite stehe.

Angefangen habe ich 2008 mit meiner Ausbildung zum Fachinformatiker Fachrichtung Systemintegration welche ich 2011 abgeschlossen habe. Nach meiner Ausbildung wurde ich übernommen und arbeite noch bis heute in dem Unternehmen.

Arbeitszeit früher

Für den Blick zurück muss ich in das erste Jahr meiner Ausbildung schauen und noch etwas weiter zurück zu den Jobs die ich in der Schulzeit hatte. Denn seit meinem zweiten Ausbildungsjahr 2009 lebe ich mit meiner jetzigen Frau und den beiden Großen zusammen.

Früher habe ich neben der Schule hauptsächlich in einer Kneipe gekellnert, habe Getränke ausgefahren oder aber auch in einem kleinen Betriebsmuseum gearbeitet. Hierbei waren mir die Zeiten immer egal.

Ich weiß noch das es Zeiten gab in denen ich Freitags von 8 Uhr bis 14 Uhr in der Schule war. Im Anschluss habe ich schnell Zuhause was gegessen und habe dann von 16 Uhr bis 18 Uhr Getränke ausgefahren.  Danach bin ich dann wieder nach Hause und habe mich frisch gemacht damit ich von 21 Uhr bis morgens 6 Uhr Kellnern kann. Am Samstag Abend habe ich dann nochmals von 21 Uhr bis Morgens 6 Uhr gekellnert.

Es war eine Zeit in der meine Freunde sicher zu kurz kamen aber ich hatte Spaß an den Jobs. Ich habe Geld reinbekommen und viele Leute kennengelernt.

Im Museum habe ich zwischen Schulzeit und Ausbildung als Überbrückung gearbeitet. War Not am Mann war ich immer der erste der sich freiwillig gemeldet hat.

Selbst während meiner Ausbildung, obwohl ich dies nicht musste, habe ich gerne und viel gearbeitet, macht mir der Beruf doch schließlich Spaß und ich lernte viel dazu.

Arbeitszeit heute

Mittlerweile hat sich mein Blick auf die Arbeit bzw. meine Bereitschaft immer und jederzeit anzuspringen geändert. Ich überlege drei mal ob ich Abends Arbeit unbedingt nachholen bzw. vorbereiten muss oder ob nicht der nächste Tag reicht. Dies war selbst bis vor kurzen noch nicht so ausgeprägt wie jetzt.

Hintergrund ist dabei dass ich nach meiner Ausbildung Vollgas gegeben habe um meinen Arbeitgeber auch zu zeigen dass ich kein Auszubildender mehr bin sondern ein vollwertiger Angestellter. Der Nachteil an dieser Art sich zu beweisen ist das man sich tatsächlich zu einem Workaholic entwickelt.

Wenn Du ehrlich bist klingt das im ersten Moment noch nicht mal schlimm, Rückblickend sind jedoch die Mädels deswegen oft zu kurz gekommen da ich meist in meiner Freizeit total ausgepowert war ohne dies zu merken. Natürlich litt hierbei nicht nur mein Privatleben, kam es auch oft genug vor das ich während der Arbeitszeit nicht meine volle Kraft abrufen konnte. Diese Tatsache wollte ich jedoch nie wahr haben.

Richtig habe ich jedoch erst gemerkt das man Arbeit auch mal Arbeit sein lassen muss als unser Lütte zur Welt kam. An diesem Tag habe ich realisiert das es die letzte Chance für mich ist mein Kind von Geburt an aufwachsen zu sehen und zu erziehen. Irgendwann in ein paar Jahren kommen dann erst wieder die Enkelkinder, was jedoch noch lange Zeit hat!

Hierbei spielt jedoch noch viel mehr rein. Müssen meine Frau und ich unsere als auch die Termine der Kinder unter einem Hut mit der Arbeitszeit bringen. Dazu komme ich jedoch gleich noch.

Anspruch an mich

Im Laufe der Zeit merkte ich jedoch auch schnell das ich, gerade was Arbeit angeht, auch Ansprüche an mich stelle. Ich möchte nicht stagnieren! Ich möchte mich für mein Wohlbefinden im Beruf und damit der Job spannend bleibt weiterentwickeln. Das Eine oder andere Mal ausgepowered nach Hause kommen aber mit dem Gefühl das ich was richtig Gutes geschafft habe. Ich glaube man könnte dies tatsächlich mit Sport vergleichen.

Auf der anderen Seite möchte ich es aber auch schaffen die Arbeit mal nicht in den Vordergrund zu stellen. Meine volle Energie den Kindern zu widmen. Arbeit ist ein, für mich, wichtiger Teil meines Lebens aber auch mein Privatleben braucht energie!

Die Mädels sind zwar mittlerweile Teenies aber wenn wir mal ehrlich sind, sie bleiben meine Kinder. Weiter noch, kleiner werden Sie nicht mehr und ich erlebe jede Zeit mit jeden speziellen Eigenschaften der Kinder mit dem Kind nur einmal.

Bestes Beispiel. Sind alle Milchzähne draussen fallen Sie nicht nochmal aus. Während die eine hierbei etwas Zimperlich war hat die andere das ganze Sportlich gesehen. Stolz waren jedoch beide wenn die Milchzähne wackelten.

Weiter gehe ich auf das Thema Familie in meinem nächsten Post ein.

Planung ist das A und O

Wie bereits erwähnt, ist eine der größten Herausforderungen alle Termine unter einem Hut zu bekommen. Habe ich früher einfach immer zugesagt ist man heute erstmal seinen Terminplan am durchgehen.

„Ok ich muss jetzt noch dringend den Fall erledigen damit Morgen alle Systeme laufen. Mach ich länger schaffe ich es nicht den kurzen abzuholen, geschweige für alle zu kochen. Ich kann aber auch nicht Person A, B oder C Fragen ob sie das machen kann weil diese selber heute Termine haben.“

Nun gut dann muss ich heute Abend, nachdem der Lütte schlafen ist, wir gegessen haben und die großen mich nicht mehr brauchen die Arbeit weitermachen. Ich brauche aber ca. noch 3 Stunden. Heißt ich bin nicht vor 0 Uhr oder 1 Uhr fertig. Ich habe den Kunden aber zugesagt dass wir morgen um 8 Uhr starten etc. pp.“

Oft ist alles kein Problem bzw. ist es regelbar. Probleme gibt es erst wenn natürlich an einem Tag alles nur dringende Termine sind und dann noch, wie es immer so ist, etwas dazwischen kommt weil man seinen Tag und damit seine Energie anders einteilt.

Ich denke gerade Planung ist was einen Ausgleich zwischen Arbeits.- und Privatleben erst ermöglicht. Hierzu ist es jedoch nötig das sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer lernen aufeinander zuzugehen und Lösungswege zu erarbeiten.

Es bringt dem Arbeitnehmer nichts wenn der Arbeitgeber sagt „Es ist nicht mein Problem, oder schau wie Du klar kommst“. Auf Dauer ist dies demotivierend.

Auf der anderen Seite kann der Arbeitnehmer nicht immer auf sein Recht bestehen oder auf seinen Vorteil aus sein, muss der Arbeitgeber ja auch schauen wie die Ressourcen am besten eingesetzt werden.

Es gibt immer Zeiten bei denen der eine oder der andere mal zurückstehen muss aber hierbei gilt wie häufig das alles ein Geben und ein Nehmen sein sollte und zwar in beide Richtungen.

Im nächsten Beitrag erfährst Du wie sich dein Familienleben auf die Arbeit auswirken kann und Du es nicht mal merkst.

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Björn

Mein Name ist Björn Pöhlsen, ich wurde 1985 im wunderschönen Duisburg Homberg geboren und wohne noch bis heute hier. Ich habe mittlerweile drei wunderbare Kinder, zwei Töchter (von 2003 und 2005) und einen Sohn (von 2015), welche meiner Frau und mir jeden Tag mal zu einen größeren und mal zu einem kleineren Abenteuer gestalten. Doch gerade das sorgt dafür das es Zuhause nie langweilig wird
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