Die Papa Phase – Fluch und Segen
Bis vor ein paar Monaten war es egal ob Lütti die Mama oder mich angesprochen hat. Wir waren beide für Ihn Mama. Naja zumindest sprachlich hat er keinen Unterschied gemacht. Irgendwann, nach einem Wochenende mit seinen Schwestern bei Oma, schaute er mich an und sagte Papa. Ich war mehr als überrascht ohne zu wissen was nun auf mich zukommt.

Ein paar Fakten (ansatzweise)

Ich habe mich mal wieder Grob eingelesen wozu Kinder diese Phase benötigen. Wenn Du selbst ein paar Infos haben möchtest schau mal bei Netpapa vorbei. Ich habe den Artikel sehr sachlich empfunden.

Die Phase tritt unter anderem ab ca. 2 Jahre ein. Das Kind trennt nabelt sich langsam von der Mama ab hin zur zweiten Bezugsperson. In der Regel ist dies der Papa. Ferner dessen ist normalerweise der Papa etwas wilder und sieht viele Spiele und „Risiken“ etwas lockerer. Beides ist für das Kind wichtig um sich sozial zu entwickeln als auch die eigene Motorik besser kennen zu lernen. Dies sind nur zwei von noch viel mehr Punkten. Hierdrauf tiefer einzugehen überlasse ich jedoch lieber den Experten!

Auf manchen anderen Seiten steht auch immer der schöne Satz „Väter sollten diese Zeit genießen“.

Warum ich es nicht immer genießen kann

Ich weiß, dass ich gerade in dieser Phase der Superheld für den Kleinen bin. Ich bin Lüttis Spielpartner, Springball, Kletterburg Schmusetier. Leider ist Papa aber auch oft genug der Einzige welcher Lütti Umziehen, Baden, Wickeln Jacke, Schuhe oder gar Socken anziehen darf.

Ich habe bei Spätschichtwochen bei denen ich um 9.30 Uhr im Büro sein muss eigentlich auch selten morgens Probleme damit. Anders sieht das Ganze dann aus, wenn ich von der Arbeit komme. Im schlimmsten Fall bin ich um 18.30 Uhr zuhause, muss mit Lütti zusammen essen oder eher gesagt muss sofort aufhören, wenn Lütti fertig ist. Mach ich dies nicht will Lütti auf den Arm oder wieder runter.

Haben wir nicht vorgekocht und die Schichten überschneiden sich bei Mama Erklaert und mir wird Oma abgelöst, „schnell“ gekocht und gemeinsam gegessen. Dann kommt der Moment bei dem ich versuche das erste Mal ohne Stress eine zu rauchen. Wenn er nicht immer versucht dann in diesen 5 Minuten meine Aufmerksamkeit voll zu beanspruchen.

Ach ja ein Moment bei denen viele Mütter (falls Ihr das hier jemals liest) denken werden „Jetzt weiß er wie wir uns fühlen“. Ich gehe auf Toilette und Lütti ist es egal ob jemand im Flur steht oder Mama mit ihm spielen will. Die Toilettentür geht auf… „Hi Papaaaaaa“.

„Hi Lüttiiiiiii“

Wenn es zu Bett geht ist es am schlimmsten

Mama Erklaert ist Krank und hat sich quasi mit Lütti hochgelegt. Von mir hat er noch eine Gutenacht Geschichte vorgelesen bekommen und ich habe mich nochmal mit für 10 Minuten ins Bett gelegt. Danach bin ich, wie immer, aufgestanden und runtergegangen. Das Babyphone wurde eingeschaltet. 20 Minuten lang hörte ich im jämmerlichsten Klagen „Papa, Papaaaa, Papa. Mein Papa Herz blutet.

Ist es richtig was ich hier mache? Auf der anderen Seite wenn ich jetzt oben bin tobt er solange rum bis ich runtergehe oder in ca. 2 Stunden bis 3 Stunden die Batterien von ihm geladen werden müssen.

Toll, jetzt habe ich also ein schlechtes Gewissen, weil ich meine Björn.- und Ehemannzeit in Anspruch nehme. Wir haben mittlerweile ca. 20.30 Uhr. Oh man

Und doch ist es Jammern auf hohen Niveau

Vor kurzen habe ich mir tatsächlich gewünscht „Nenne mich doch Papa“ und „Hey, ich bin auch noch da!“. Es hat ein bisschen was von Aladin oder dem Film Wishmaster. Bei beiden ist die Moral das man vorsichtig mit seinen Wünschen sein soll. Sie könnten in Erfüllung gehen.

Aber es gibt selbst am stressigsten Tag die Momente die mich alles vergessen lassen. Die Momente die selbst den schlechtesten Tag wieder gut machen. Das sind die Tage an denen die beiden großen Mädels einfach rumblödeln und von ihrem Tag mit einem Lächeln erzählen. An denen ich Sie liebevoll hänseln kann ohne dass Sie gleich eingeschnappt sind.

Es sind die Tage an denen der Lütti mich mit einem Lächeln begrüßt „Hi Papa“ sagt, angerannt kommt und sich auf den Arm erstmal zwei Minuten anschmust. Es sind die Tage an denen Papa der Superheld ist, dreckig gelacht wird beim Spielen und Mama die Decke geklaut wird damit Papa nicht friert.

Also unterm Strich gebe ich zu, dass mich meine Kinder, vor allen momentan der Kleine, nerven können wie sonst was. Ich liebe Sie trotzdem über alles und genieße die Zeit trotz der Nervphasen mit Ihnen.

Vor allen aber und das gebe ich auch zu, mit dem Kleinen denn dies sind leider Lebensabschnitte die ich bei den Mädels nie erleben durfte.

Wie empfindest Du denn die Papa Phase?

Liebe Grüße

dein Björn

Björn

Mein Name ist Björn Pöhlsen, ich wurde 1985 im wunderschönen Duisburg Homberg geboren und wohne noch bis heute hier. Ich habe mittlerweile drei wunderbare Kinder, zwei Töchter (von 2003 und 2005) und einen Sohn (von 2015), welche meiner Frau und mir jeden Tag mal zu einen größeren und mal zu einem kleineren Abenteuer gestalten. Doch gerade das sorgt dafür das es Zuhause nie langweilig wird

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