Woher kommt das Sprichwort „Gras über die Sache wachsen lassen“?
Lady S und ich haben einen der letzten schönen Tage damit verbracht im Garten ein wenig Federball zu spielen. Wir hatten jede Menge Spaß auch wenn der eine oder andere Patzer mal passiert ist. Ich glaube das Highlight für Sie war als ich mich der Länge nach hingelegt habe beim Versuch den Federball ja noch zu erwischen. Anfangs war Sie ein wenig erschrocken und gab sich die Schuld aber ich sagte „lassen wir einfach Gras drüber wachsen“. Sie überlegte kurz und schaute mich dann mit einem schelmischen Grinsen an. „Du Björn, woher kommt überhaupt das Sprichwort?“
Ich sagte ihr, dass Sie uns beiden erstmal ein Wasser holen sollte und sich dann zu mir setzen mag.

Möhre

Weißt Du mein Kind um die Antwort darauf zu erfahren müssen wir knapp 200 Jahre zurückschauen. Damals auf einen kleinen Bauernhof, in der Nähe von der Duis-Burg, gab es einen Jungen der Möhre hieß. Ich weiß das ist kein besonders toller Name, Möhres Eltern waren super Bauern aber leider recht unkreativ was Namen anging. Da Er zur Geburt Rotes Haar hatte war die Sache für seine Eltern wohl schon klar.

Auf jeden Fall war Möhre ungefähr in deinem Alter, also zwischen 10 bis 12 Jahre alt und recht mager. Da Er aber immer schön sein Gemüse aufaß, es gab auch fast nichts Anderes, war er trotzdem sehr fit. Darüber hinaus liebte er es auf dem Acker der nicht bestellt wurde zu spielen. Gerade nach einem kräftigen Regenschauer konnte man wunderbar durch den Dreck rennen, Matschengel machen oder eine Schlammschlacht veranstalten. Klingt für Dich komisch aber die Kinder von damals hatten ja nichts.

Naja Sie hatten fast nichts auch wenn es Ihnen gut ging. Was Möhre nämlich besaß war ein wundervoller schwarzer Sonntagsanzug mit glänzenden Schühchen die er nur für die Kirche jeden Sonntag anziehen durfte.

Auf dem Feld

Eines schönen Tages nach einem verregneten Vortag wollte Möhre wieder auf das Feld raus spielen. Da er jedoch auch schon am Vortag draußen spielen war wollte er seine noch klatschnassen Schuhe nicht anziehen. Drinbleiben wollte er aber auch nicht denn was gibt es schließlich besseres als beim schönsten Sonnenschein nach einem regnerischen Tag raus zu gehen? Nichts außer Eis an einem heißen Tag!

So kam Möhre auf die Idee sich seine feinen Sonntagsschuhe anzuziehen. Was sollte schließlich schiefgehen? Er würde mit ihnen rausgehen, spielen, wieder nach Hause kommen und die Schuhe wieder richtig schön putzen damit seine Mama nicht merkt was er gemacht hat.

Gedacht getan. Der kleine Schelm schlich mit seinen wunderschönen glänzenden Schühchen aus dem Haus und rannte hinaus auf das Feld. Er schoss Steine vor sich her und sprang in Pfützen rein. Er machte die schönsten Matschengel und… und stolperte über einen Stein den er übersehen hatte. Dabei zerkratze er sich seine Schuhe. Als ihm dies auffiel überlegte was er machen konnte. Sollte er seiner Mutter gestehen was passiert war? Die Wahrheit sagen und die Schimpfe über sich ergehen lassen? Niemals!

Er zog seine Schuhe aus und vergrub diese knapp neben dem Feld. Dann rannte er nach Hause, nahm sich seine nassen Alltagsschuhe und rannte auch noch einmal über das Feld damit Sie schön dreckig wurden. Am Abend ging er wieder nach Hause und tat so als wäre nichts gewesen.

Am nächsten Sonntag sollte Möhre sich wie jeden Sonntag für die Kirche fertigmachen. Hierbei spielte er seinen Eltern vor, dass er seine Schuhe suchen würde aber nichts finden würde. Sie suchten mit Ihm gemeinsam und konnten sich einfach nicht Erklären wo die Schuhe denn geblieben sind. In der Regel mögen weder Füchse, noch Kühe, noch Gemüse schwarze glänzende Schühchen.

Da Möhre seine Rolle aber so gut spielte haben seine Eltern Ihn nicht verdächtigt, dass er evtl. etwas mit dem Verschwinden der Schuhe zu tun haben könnte. Direkt in der nächsten Woche gingen seine Eltern mit ihm zum Schuster um ein paar neuer Schuhe anfertigen zu lassen auf welche Möhre diesmal wesentlich besser aufpasste.

Das Sprichwort entsteht

Einige Monate später, es war wieder ein verregneter Tag und Möhre ging erneut auf dem Feld spielen. Dabei bemerkte er eine Stelle auf der ungewöhnlich viel Gras wuchs. Er hat diesen Fleck einmal genauer untersucht und dabei entdeckte er seine alten Schuhe. Über diese war im wahrsten Sinne des Wortes Gras gewachsen. Seitdem sagte Möhre jedes Mal wenn er wollte, dass etwas vergessen wird „Lass einfach Gras über die Sache wachsen“.

 

Björn

Mein Name ist Björn Pöhlsen, ich wurde 1985 im wunderschönen Duisburg Homberg geboren und wohne noch bis heute hier. Ich habe mittlerweile drei wunderbare Kinder, zwei Töchter (von 2003 und 2005) und einen Sohn (von 2015), welche meiner Frau und mir jeden Tag mal zu einen größeren und mal zu einem kleineren Abenteuer gestalten. Doch gerade das sorgt dafür das es Zuhause nie langweilig wird

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