Mein Kind in der Trotzphase

Irgendwie ist es schon seltsam. Gefühlt sind unsere Kinder gestern noch klein, zuckersüß und vor allem lieb gewesen. Auf einmal steht die Welt für uns Eltern jedoch Kopf. Wenn den Kurzen etwas nicht passt wird, im besten Fall, das Spielzeug von der einen Ecke des Zimmers in die andere geschmissen, es wird geweint und vielleicht kommt sogar ein Tritt vor das Schienbein.

So ist es zumindest seit ein paar Monaten bei uns. Unser Lütti, mittlerweile 3 Jahre alt und will von einen Moment auf den anderen seinen kleinen süßen Dickkopf durchsetzen.

Ein wunderbares Beispiel ist hierfür jeden Abend der Moment, wenn es zu Bett geht. Der kleine Mann sitzt, Augen zufallend, auf der Couch. Wir sagen, komm wir schauen noch die eine Sendung zu ende, und dann geht es zu Bett.

Nein! Ich will noch nicht schlafen! Schlafen ist doof!

Aus der Sicht der Eltern

Wir als Eltern möchten natürlich unserem Kind (und um ehrlich zu sein, uns doch auch ein wenig) den Schlaf gönnen. Die Kurzen sind schließlich ziemlich unausgeglichen, genau wie wir erwachsenen, wenn man Müde ist.

Alles ist doof, nichts kann man richtig machen und nach einem langen Tag fehlt uns allen irgendwo die Kraft dem anderen noch entgegen zu treten. Also wird das Schlafritual durchgezogen.

In unserem Fall wird sich langsam umgezogen und wie erwähnt darf dann noch eine kurze Sendung seiner Wahl zu ende geschaut werden. Bin ich zuhause schnapp ich mir Lütti auf dem Arm und er schmust sich nochmal beim Hochtragen an mich. Bei Mama Erklaert geht er die Treppen hoch.

Im Bett angekommen geht der „Terror“ erst richtig los. Zwergnase setzt sich ins Bett und stellt Forderungen. „Gib mir deine Decke, ich will nen Schnulli, das Kissen liegt falsch usw. Häufig steht er dann auch auf und möchte durch das Zimmer rennen.

Als das ganze losging, haben wir versucht mit Ihm zu reden das Bett schmackhaft zu machen uvm. So gingen dann auch schonmal zwei Stunden ins Land und am Ende waren alle entnervt, sowohl Lütti als auch wir.

Aus Sicht des Kindes

Eigentlich habe ich eigene Kategorie um das Leben aus dem Blick der Kurzen zu sehen. Ein separater Beitrag würde aber keinen Sinn machen, daher versetzen wir uns jetzt und hier in die gleiche Situation unserer Kinder. Unsere Eltern sagen das wir zu Bett gehen. Noch besser, ich sage Lütti dass wir in die Heia gehen.

Es war ein toller und Ereignisreicher Tag aber aus seiner Sicht ist er nur ein wenig Müde. Na ja immerhin ist er doch schon etwas müde und sieht es letztendlich ein.

Vor dem zu Bett gehen kann man aber ruhig nochmal kurz etwas rumalbern, dann macht es doch gleich doppelt so viel Spaß.

Danach trägt Papa ihn die Treppe hoch. In der Zeit wird nochmal intensiv geschmust.

Im Bett angekommen, hat er auf einmal nicht mehr das Bedürfnis zu schlafen. Heia machen ist doof und sein Wille ist, es doch noch etwas wach zu bleiben. Idealerweise darf er ja noch spielen oder bekommt sein Willen.

Woher kommt die Trotzphase und was kann ich tun?

Erstmal möchte ich dich beruhigen. Das ist zwar alles anstrengend, und zwar für beide Seiten, aber das Verhalten ist total normal!.

Dein Kind lernt in diesen Phasen immer wieder seine Grenzen kennen. Die Grenzen wie weit man gehen kann und was die Reaktion daraus ist wenn man den Bogen überspannt.

Das heißt, im Umkehrschluss auch dass es nun deine Aufgabe ist, Grenzen zu setzen. Jetzt hast Du wahrscheinlich das gleiche Problem wie ich. Beim festlegen der Grenzen ruhig zu bleiben.

Du hast etwas ausgesprochen, das ist Gesetz!

Dein Kind lernt ab diesem Zeitpunkt nicht nur seine Freiheiten und Grenzen. Du bringst ihm durch dein Verhalten ebenfalls bei, wie man darauf reagiert, wenn jemand anderes, außer man selbst Freiheiten einfordert.

Deshalb ist es wichtig nicht sinnlos zu allem nein zu sagen. Überdenke nochmal, was dein Kind darf, was dein Kind kann und was Du absolut nicht möchtest. Dementsprechend lass die „Zügel“ locker und an den richtigen Stellen fest.

Das ist ferner dessen wichtig denn (und das habe ich selber erst bei der Recherche gelesen) dein Kind nabelt sich ein Stück weit ab. Klingt im ersten Moment schlimm und ist es im zweiten Moment wahrscheinlich auch für uns Eltern.

Trotzdem ist es wichtig, dass dein Kind selbstständig wird und lernt das Entscheidungen selbst getroffen werden dürfen. Glaube mir, es wird nicht am nächsten Tag ausziehen.

Unterm Strich

Glaubt mir, ihr könnt viele Ratgeber lesen, im Internet suchen und mehr. Ich selbst bin ebenfalls kein Pädagoge, sondern erzähle aus meinen Erfahrungen mit drei Kindern als Vater.

Jedes unserer kleinen Wunder reagiert anders in den Trotzphasen und triggert an unterschiedlichen Momenten. Wichtig ist es unterm Strich das ihr euren Kindern entgegentretet und genauso viele Freiheiten gönnt als auch Grenzen setzt.

Versuche dabei gelassen zu bleiben. Das gelingt dir nicht immer aber mit der Zeit besser.

Ich selbst habe meinen Kindern auch schon einen Klaps gegeben, weil ich nicht mehr anders weiter wusste. Wichtig, ich rede von einem Klaps NICHT von einem Schlag. Der Kraftaufwand und das Ergebnis sind hier äußerst unterschiedlich!!!

Sobald dein Kind runterkommt, ist die Welt wieder in Ordnung. Doch der Weg bis zum Beruhigen ist anstrengend. Lass dein Kind nicht alleine aber gönne ihm seinen Freiraum, für sich selbst zu entspannen.

Meine persönlichen Highlights sind übrigens, immer wieder dass wir im Trotzmoment keine Freunde mehr von unserem Lütti sind und gehen sollen. Wenn wir dann OK sagen und aus dem Wohnzimmer ins angrenzende Esszimmer marschieren wollen ist das genauso verkehrt und wir sollen bleiben.

Wie sind denn deine Erfahrungen aus der Phase? Habst Du auch ein paar Highlights oder Worte an andere Eltern um zu zeigen dass die Trotzmomente lustig sind und die Eltern nicht alleine oder als erste davor stehen?

Liebe Grüße.

Dein Björn

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Björn

Mein Name ist Björn Pöhlsen, ich wurde 1985 im wunderschönen Duisburg Homberg geboren und wohne noch bis heute hier. Ich habe mittlerweile drei wunderbare Kinder, zwei Töchter (von 2003 und 2005) und einen Sohn (von 2015), welche meiner Frau und mir jeden Tag mal zu einen größeren und mal zu einem kleineren Abenteuer gestalten. Doch gerade das sorgt dafür das es Zuhause nie langweilig wird
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