Warum? Wenn Kinder dich ausfragen

Warum? Eine Frage die wir ab einem gewissen Alter unserer Kinder täglich und das zu genüge hören. Oft denken wir als Eltern, dass die Kleinen uns einfach nur zum Spaß ausquetschen wollen. Wieso sollten Sie uns sonst nach jeder Antwort, nach jeder Ansage und nach jeder Bitte immer das gleiche Wort entgegenschmettern? Warum?

Ich bekam diese Frage zwischen dem Ende des zweiten.- und Anfang des dritten Lebensjahres sehr häufig gestellt. Mittlerweile ist es tagesabhängig.

Doch lass uns einmal gemeinsam den Blickwindel ändern. Versetze Dich in dein Kind welches gerade für sich die Welt entdeckt. So vieles was für uns selbstverständlich ist müssen die Kurzen noch lernen.

Und wie lernt man am besten etwas? Entweder man probiert es aus ODER fragt Personen zu denen man vertrauen hat und die weitaus erfahrener sind als wir selber… Hallo liebe Mama, hallo lieber Papa! 😊

Wieso ist eine Blume bunt, warum hat eine Rose stacheln, warum ist der Himmel blau? Alles fragen damit unsere Kinder für sich die Welt verstehen lernen, denn irgendwann kommt das Bewusstsein, dass es hinter allen einen Grund geben muss.

Aber es geht doch noch weiter. Kinder nehmen deine Antworten nicht nur einfach hin, irgendwann fangen Sie an Rückschlüsse aus dem zu ziehen was Du ihnen erklärst, egal ob die Antworten spaßig gemeint sind oder als fundierte Aussage.

Also gehen wir einen schritt weiter, die wir sicherlich häufig erleben. Hierbei kann die Speise natürlich auch durch jedes andere Lebensmittel ausgetauscht werden.

Lütti: „Papa, wieso riechst Du an der Wurst?“
Ich: „Um zu riechen ob die  Wurst noch gut ist.“
Lütti: „Wieso?“
Ich: „Wenn die Wurst schlecht ist kannst Du krank werden. Zum Beispiel kannst Du dann Bauchschmerzen bekommen!“

Aus Lüttis Sicht: „Wenn die Wurst also nicht mehr gut riecht, sollte ich die lieber nicht essen, sonst bekomme ich Buchschmerzen! Das ist aber sicher nicht nur mit der Wurst so, wenn andere Sachen schlecht riechen machen die mich sicher auch krank.“

Lütti schließt nun also aus einer Aussage weitere Rückschlüsse und hat für sich eine weitere Regel wie die Welt funktioniert. Kurz gesagt, riecht schlecht, ist schlecht!

Das ist natürlich nicht nur beim Essen so.

Wir hatten letztens den Fall das der Zwergraser nicht sein Laufrad in den Keller bringen wollte. An der Stelle möchte ich zur Sicherheit erwähnen, es handelt sich um zwei Stufen und er kann das ohne Probleme!

Wir haben ihm gesagt „Bring dein Fahrrad rein, sonst ist es vielleicht am nächsten Tag weg!

Wieder entwickelte sich ein kurzer Dialog:

Lütti: „Wieso?“
Wir: „Schau mal, in den Garten kann eigentlich jeder rein der möchte. Und es gibt leider auch Menschen, die sich einfach Sachen nehmen, die einen nicht gehören, wenn niemand darauf aufpasst.“
Lütti: „Nö bringt ihr das rein.“
An der Stelle aus Lüttis Sicht: „Die können mir ja viel erzählen. Ich habe jetzt einfach keine Lust mein Fahrrad reinzubringen. Das wird mir schon niemand wegnehmen, das gehört schließlich mir!“

Als Zwergnase dann außer Sicht war haben wir das Fahrrad einfach in einen anderen Kellerraum gestellt.

Am nächsten Tag ging Mama erklärt mit Lütti raus.

Lütti: „Mama, wo ist mein Fahrrad?“
Mama: „Wo war es denn gestern?“
Lütti: „Draußen!“

Wie es weiterging könnt ihr euch sicher denken. Nach dem ersten Schock und der Lektion das man mal auf seine Eltern hören sollte hat er sein Fahrrad wiederbekommen. Und seitdem spätestens nach der zweiten Bitte reingebracht.

Gehen wir aber wieder weg von dieser kleinen Abschweifung. Ich merke mittlerweile von Tag zu Tag, das der kleine Mann immer mehr Antworten und Aussagen in sich aufsaugt, Rückschlüsse zieht und sich somit selbst Regeln aufstellt wie die Welt funktioniert.

Du kennst dann sicher auch solche Belehrungen wie „Süßes ist nicht Gesund, davon kannst Du Zahnschmerzen bekommen!“ während unser Kind genüsslich ein Nuttellabrot isst. Das ist ja nichts Süßes, das ist Brot!

Ich selbst finde diese Zeit immer wieder Spannend denn ich alleine durch diese Aussagen erlebe ich doch quasi aus erster Hand wie mein Kind die Welt sieht und versteht. Mehr noch, es holt mich ab und entführt mich manchmal mit in diese Welt.

Im Gegensatz zu meiner Aussage vorhin muss ich aber auch gestehen das ich natürlich versuche adäquate Antworten auf seine Fragen zu geben. Doch manchmal habe ich ja schon den Schalk im Nacken sitzen und dann, mittlerweile ganz selten, schaff ich es, dass er mir doch die eine oder andere Geschichte abkauft.

Bis Mama erklärt oder ich es dann richte.

Was mich interessieren würde, gibt es vielleicht eine Frage, die dir besonders im Gedächtnis geblieben ist? Hierbei kann es auch gerne sein, weil der Ort unangebracht war, die Frage unglaublich komisch war oder vielleicht nicht die richtigen Worte gefunden wurden.

Ansonsten wünsche ich dir alles Liebe und Gute

dein Björn

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Björn

Mein Name ist Björn Pöhlsen, ich wurde 1985 im wunderschönen Duisburg Homberg geboren und wohne noch bis heute hier. Ich habe mittlerweile drei wunderbare Kinder, zwei Töchter (von 2003 und 2005) und einen Sohn (von 2015), welche meiner Frau und mir jeden Tag mal zu einen größeren und mal zu einem kleineren Abenteuer gestalten. Doch gerade das sorgt dafür das es Zuhause nie langweilig wird
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